Dem Daimler-Konzern droht der amtliche Rückruf von mehr als 600.000

Daimler droht Rückruf Hunderttausender Diesel - Verdacht der Abgasmanipulation



Dem Daimler-Konzern droht der amtliche Rückruf von mehr als 600.000 Dieselfahrzeugen unter anderem der Baureihen C und G. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, geht das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einem konkreten Verdacht nach, dass bei diesen Fahrzeugen unzulässige Abschalteinrichtungen die Wirkung des Abgassystems manipulieren.

Derzeit finden bereits Prüfungen an den betreffenden Autos statt. Die Modelle haben einen vergleichbaren Motor wie der Mercedes-Van Vito mit 1.6-Liter-Motor und Schadstoffklasse Euro 6. Das Aggregat stammt vom Daimler-Kooperationspartner Renault. Der französische Hersteller war bereits vor zwei Jahren in den Verdacht der Abgasmanipulationen geraten, im Januar 2016 durchsuchten Ermittler die Konzernzentrale und weitere Standorte. Auch die französische Antibetrugsbehörde (DGCCRF) wirft dem Unternehmen vor, illegale Software in seinen Modellen installiert zu haben. Renault weist bisher jedes Fehlverhalten zurück.

Daimler wollte sich zu neuerlichen Prüfungen des KBA nicht äußern

Am Mittwoch hatte das Bundesverkehrsministerium den unverzüglichen Rückruf des Mercedes-Transporters angeordnet. Als der SPIEGEL den Daimler-Konzern einen Tag später um Stellungnahme bat, machte das Unternehmen den Rückruf des KBA öffentlich, kündigte zugleich aber rechtliche Schritte dagegen an. Der Wagen verfüge über eine "robuste Abgasreinigung", er solle aber ein Softwareupdate bekommen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist verärgert über den neuerlichen Manipulationsvorwurf. Gegenüber dem SPIEGEL kündigte er an, Daimler-Chef Dieter Zetsche am Montag ins Ministerium einzubestellen.

Er habe "das Kraftfahrt-Bundesamt angewiesen, weiteren Verdachtsfällen bei Mercedes unverzüglich nachzugehen". Zu den neuerlichen Prüfungen des KBA wollte sich Daimler auf Nachfrage nicht äußern.

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Source: spiegel.de