Sensationell haben die Fußballer des portugiesischen Provinzclubs CD Aves am

Portugal: Pokalsieger CD Aves darf nicht in die Europa League



Sensationell haben die Fußballer des portugiesischen Provinzclubs CD Aves am vergangenen Wochenende den nationalen Pokalwettbewerb gewonnen. 2:1 im Finale gegen Sporting Lissabon, gegen einer der drei großen Klubs des Landes. Nie zuvor hatte der Verein aus der 8500-Einwohner-Stadt im Norden Portugals einen Titel gefeiert - nun sollte dem Triumph im Pokal sogar der erstmalige Einzug in den Europapokal folgen.

Daraus dürfte allerdings nichts werden.

Der Reihe nach: In Portugal bekommt der Pokalsieger nicht nur eine Trophäe, sondern - wie in Deutschland - auch einen Startplatz in der Gruppenphase der Europa League. Nun hat der portugiesische Fußballverband allerdings mitgeteilt, dass CD Aves am dafür erforderlichen Lizenzierungsverfahren nicht teilgenommen habe und deshalb "die Voraussetzungen für eine Meldung bei der Uefa nicht erfüllt". Nutznießer ist neben Finalverlierer Sporting, der jetzt statt in der dritten Qualifikationsrunde direkt in der Gruppenphase starten darf, auch der Club Rio Ave, der als Ligafünfter nachrückt.

Laut portugiesischen Medienberichten hätten alle Vereine, die im Folgejahr in einem europäischen Wettbewerb spielen möchten, bis zum Dezember ihre Meldung beim portugiesischen Verband einreichen müssen. Der spätere Pokalsieger war nicht unter den 13 Klubs, die ihre Unterlagen fristgerecht hinterlegten. Ob CD Aves die Meldefrist vorsätzlich oder fahrlässig verpasst hat, ist unklar.

Laut Uefa sind alle Entscheidungen bis zum 31. Mai vorläufig

Vereinspräsident Luiz Andrade sagte, er sei in jedem Fall glücklich: "Ob wir in die Europa League kommen oder nicht - ist für uns egal. Der Pokalsieg sei "eine großartige Leistung, an die niemand geglaubt hat". Trotzdem geht es in diesem Fall auch um viel Geld: Mehr als zwei Millionen Euro hätte der kleine Verein an Prämien in der Europa-League-Gruppenphase garantiert gehabt.

Ist diese Entscheidung endgültig? Auf SPIEGEL-Anfrage wies die Uefa darauf hin, dass es in seiner Lizenzierungsordnung durchaus eine Regelung für Fälle wie den von CD Aves gebe. Vereine, die nicht am nationalen Lizenzierungsprozess teilgenommen haben, sich aber sportlich für einen Uefa-Wettbewerb qualifiziert haben, könnten eine Ausnahmeerlaubnis bekommen. Allerdings nur auf Antrag des Verbandes.

Bis zum 31. Mai könnte theoretisch noch Bewegung in die Angelegenheit kommen, dann muss Portugal seine Europapokalteilnehmer der Uefa melden. Der portugiesische Verband gab allerdings bislang kein Signal, seine Entscheidung noch einmal überdenken zu wollen.

chh

Source: spiegel.de