Sie war gesichert wie Fort Knox und hatte ein paar

Schiffswrack San José: Tauchroboter fand Milliardenschatz



Sie war gesichert wie Fort Knox und hatte ein paar Dutzend Kanonen an Bord. Zudem wurde die Galeone "San José" von gleich zwei Schwesternschiffen bewacht - genützt hat es nichts. Am 8. Juni 1708, nach langen Gefechten mit vier englischen Kriegsschiffen, explodierte die "San José" und sank nahe des Hafens von Cartagena im heutigen Kolumbien.

Seitdem fahndeten vor allem Archäologen, noch mehr aber Schatzsucher nach dem Wrack. Der Dreimaster wird als "Heiliger Gral unter den Schatzschiffen" gehandelt. Kein Wunder: Nach allem was man weiß, hatte es kaum zu ermessende Reichtümer an Bord. Regelmäßig transportierte die Silberflotte Gold und Silber aus der Kolonie ins Mutterland Spanien. Historiker schätzen, es könnten alleine sieben bis elf Millionen Gold- und Silberpesos gewesen sein, dazu tonnenweise Edelsteine. Der Wert der Ladung könnte in die Milliarden gehen.

Als der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos 2015 den Fund der legendären Galeone verkündete, war er entsprechend sparsam mit Informationen. Schließlich sollten möglichst wenig Einzelheiten über den immer noch nicht gehobenen Schatz bekannt werden. Nur, dass ein Team aus internationalen Experten, der kolumbianischen Marine und des nationalen Archäologie-Instituts an der Suche beteiligt war, gab er bekannt.
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Seitdem ist es still geworden um die "San José" und ihren Schatz. Doch nun haben Forscher weitere Details zu dem Fund bekannt gegeben. Offenbar hat ein Tauchroboter das Wrack geortet. Die Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) setzte "Remus 6000" ein. Das Gerät hatte 2011 auch das Wrack des abgestürzten Air-France-447-Fluges entdeckt. Zudem erforschte der Roboter 2010 auch das Wrack der "Titanic".

Jeff Kaeli, einer der an der Suche beteiligten Ingenieure, berichtet, wie er den Roboter nur wenige Meter über das Wrack steuerte, als die ersten Bilder vom Meeresboden übertragen wurden. "Ich bin kein Unterwasserarchäologe, aber ich weiß, wie eine Kanone aussieht", sagt er laut einem Bericht der "Washington Post". "Ich glaube, in diesem Moment war ich die erste Mensch, der wusste: Wir haben das Wrack gefunden." Es sei anhand der Kanonen identifiziert worden, auf denen Delfine eingraviert sind. Die Reste des Schiffs liegen in mehr als 600 Metern Meerestiefe.

"Das Wrack war teilweise von Sediment überlagert. Aber dank der Kamerabilder konnten wir Details erkennen. Die Auflösung war gut genug, um die Verzierungen an den Kanonen zu sehen", sagt Expeditionsleiter Mike Purcell.
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Für den Fund hatten die Forscher gleich zwei Expeditionen benötigt. Das Gebiet, in dem das Wrack vermutet wurde, hatten sie in Sektoren eingeteilt, die systematisch abgesucht wurden. Weil bei einer ersten Forschungsfahrt nicht alle Sektoren untersucht werden konnten, kehrten die Forscher im November 2015 noch einmal zurück und nahmen die restlichen Sektoren mit Sonargeräten unter die Lupe. Dabei zeichneten sich am Meeresboden erste Strukturen ab, die der Remus-Roboter dann genauer untersucht hatte.

Die Entdeckung des Wracks im Karibischen Meer könnte Kolumbien viel Geld bringen. Doch um den Fund gab es schon Streit weit vor der Mitteilung durch die Regierung des Landes. Denn das private Archäologieunternehmen Sea Search Armada (SSA) beansprucht einen Teil des Schatzes. Sie will das Wrack bereits in den Achtzigerjahren als Erste geortet haben, offiziell bestätigt wurde das nie.

Damals hatte die Firma eine Vertrag mit dem kolumbianischen Staat geschlossen. Wegen der komplizierten Rechtslage gab es bereits mehrere Prozesse um das Wrack. Auch Spanien könnte Ansprüche anmelden. Doch erst einmal muss der Schatz gehoben werden. Im April hatte Kolumbien angekündigt, bald damit zu beginnen.

joe

Source: spiegel.de